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Medienseminar Südafrika 2010 - Hintergründe zur ersten Fußball-Weltmeisterschaft in Afrika

Noch ca. 100 Tage bis zum ersten Anstoß. Doch schon am 29. März 2010 versammelten sich einige Fußballfreunde – zwar nicht in einem der zehn Stadien in Afrika – dafür in der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin Mitte. Darunter Pressevertreter, Sportjournalisten sowie der Botschafter von Südafrika selbst. Unter den Referenten waren Julia Weber, Dr. Wolfgang Manig, Heiko Schwiderowski, Heribert Faßbender sowie S.E. Funde – Botschafter von Südafrika.

Deutschland und Südafrika – Freunde statt Fremde

Kultur und Politik – eine gute Beziehung zwischen zweier Staaten kann durch viele Faktoren begünstigt werden. Südafrika, ein Land mit ca. der dreifachen Arbeitslosenquote (21,7%) und einem Bruttosozialprodukt von unter 6‘000 US-$. Trotz großer Disparitäten in beiden genannten Bereichen steht der guten Zusammenarbeit miteinander nichts im Wege. Dr. Wolfgang Manig (Auswärtiges Amt) sprach über die Beziehung zwischen Deutschland und Südafrika.

Eine Beziehung zweier Staaten sollte man nicht nur auf die politische Ebene reduzieren. Vielmehr soll der Kontakt zwischen den Gesellschaften hergestellt und gepflegt werden. Deutschland sieht Südafrika als einen gleichberechtigten Partner.

Zwischen beiden Ländern besteht seit dem Jahr 1998 eine strategische Partnerschaft. Die enge politische Partnerschaft wird u.a. durch die Zusammenarbeit zwischen der Marine verstärkt. Am 17. März 2010 fand mit Hilfe der deutschen Fregatte BRANDENBURG eine gemeinsame Übung vor der Küste Südafrikas statt. Da bei Naturkatastrophen die Hilfe meist auf dem See- oder dem Luftweg erfolgt, muss die Marine jederzeit kurzfristig Einsatzbereit sein. Damit die Marinesoldaten nicht unvorbereitet sind, trainieren sie den Katastrophenfall beim sogenannten „Disaster Exercise“ (DISTEX).

Doch nicht nur die Staaten untereinander pflegen ihre Kontakte. Nordrhein-Westfalen unterhält seit 1995 eine Partnerschaft mit der Südafrikanischen Provinz Mpumalanga, deren Partnerschaftsvereinbarung am 11./12. Februar 2008 erneuert sowie verlängert worden sind. Die Schwerpunkte der Zusammenarbeit beider Partner sind in der Vereinbarung zusammengefasst:

  •   Gute Regierungsführung,
  •   Jugend und Sport,
  •   Bildung,
  •   Wirtschaftliche Entwicklung,
  •   Organisation der FIFA-Fußballweltmeisterschaft 2010 und
  •   Gesundheit (z.B. im Bereich HIV/AIDS).

Diese Partnerschaft ist lebendig. Dies lässt sich nicht nur an den Regierungskontakten sondern auch an den intensiven Beziehungen zwischen Nichtregierungsorganisationen und kirchlichen Trägern festmachen. Es gibt viele Einrichtungen wie Kirchen, Jugendverbänden und Schulen die sich in der Zusammenarbeit mit Mpumalanga engagieren.

Wie schon Anfangs erwähnt – eine gute Beziehung zwischen zwei Staaten erfolgt nicht nur auf der politischen Ebene. Seit 1998 gibt es ein Kulturabkommen, welches die Kooperation mit Hochschulen beinhaltet. Außerdem gibt es in Südafrika vier Auslandsschulen an denen u.a. der Ausbau des Deutschunterrichts verbessert werden soll.

Freunde statt Fremde – Deutschland ist viele Beziehungen und Partnerschaften mit Südafrika eingegangen. Beide Staaten versuchen diese zu erhalten und dabei zu pflegen. Zwar wird Afrika den deutschen Bürgern in mancher Hinsicht fremd erscheinen, doch arbeiten beide Seiten daran dies zu ändern.

Literaturverzeichnis

Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen (2009): Die Partnerschaft des Landes Nordrhein-Westfalen mit der Provinz Mpumalanga. – Online in Internet: http://www.mgffi.nrw.de/internationale-zusammenarbeit/Mpumalanga-Suedafrika/index.php, [Stand: 2010-03-30].

Sebastian Barzel (2009): Südafrika. Online in Internet: http://www.afrika-auf-einen-blick.de/suedafrika/index.php, [Stand: 2010-03-30].

Bundesministerium der Verteidigung (2010): Deutsche und südafrikanische Marine üben gemeinsam den Katastrophenfall. Online in Internet: http://www.marine.de/portal/a/marine/kcxml/04_Sj9SPykssy0xPLMnMz0vM0Y_QjzKLNzKOD_TxBcmB2d5mIfqRcNGglFR9X4_83FR9b_0A_YLciHJHR0VFAJJuSpg!/delta/base64xml/L2dJQSEvUUt3QS80SVVFLzZfMjNfUVIx?yw_contentURL=%2F01DB070000000001%2FW283MCPG330INFODE%2Fcontent.jsp, [Stand: 2010-03-30].

Thomas Dworzak . The Megapolis Tour #3 Lagos

Berlin - Nach den Fotografien von Peer Kugler & Johann Rousselot sind nun auch die Arbeiten von Thomas Dworzak im Postfuhramt zu bestaunen.

Die Stadt
2020 – die Weltbevölkerung wächst und damit auch die Bevölkerung in den Megacities. „The Megapolis Tour“ stellt die 14 größten Megacities vor – u.a. Lagos. Die größte Stadt Nigerias zählte 1901 gerade einmal 37.000 Menschen, 1921 waren es bereits 100.000 und 1971 schon 1,2 Millionen. In den letzten Jahren stieg die Bevölkerungsanzahl auf 9 Millionen Menschen an. Im Jahre 2020 sollen in der ehemaligen Hauptstadt rund 14 Millionen leben. Gekennzeichnet sind diese Städte durch Dynamik, Verrückheit. Mitten in ihnen leben die Menschen, die versuchen mittels Hoffnungen & Visionen zu überleben.

Der Fotograf
Der in der Oberpfalz geborene Thomas Dworzak realisierte bereits in jungen Jahren seine ersten Fotoarbeiten. Anfang der 90er begann er als freier Fotograf in Osteuropa und im nahen Osten an zu arbeiten. Er lebte in den Städten wie Moskau und Prag und lernte deren Amtssprache. Er dokumentiere Konflikte in Tschetschenien sowie Karabakh (Azerbeidschan/Armenien). Dworzak begleitete hauptsächlich für US News die Kosovo-Krise. Nach den Anschlagen vom 11. Septemer 2001 arbeitete er für das Magazin The New Yorker für mehrere Monate in Afghanistan. Im Jahr 2000 wurde er von Magnum Photos nominiert und 2004 als Vollmitglied aufgenommen. Seit dem lebt Dworzak in New York. Seine Werke wurden u.a. in New York, London, Berlin, Paris, Mailand, Amsterdam und Krakau ausgestellt.